Letztes Jahr im Mai…
Wie schon in den Jahren zuvor waren wir auch 2019 auf Lanzarote im Sporturlaub/ Trainingslager. Zur Reisegruppe zählten unter anderen Freunde von Coach Ole sowie meine besten Kumpels.
Neben Spinning-Kursen, Beachvolleyball, Fußball, Badminton, Schwimmen, Surfen, Bouldern, Ultimate Abs, 8 x 400 m Intervallläufe in der Mittagssonne (Grüße gehen raus an Nils, der wollte auch vor dem Frühstück mit einem kleinen Läufchen in den Tag starten – er hat es genau einmal geschafft; am ersten Tag) wurden abends die Billardkugeln versenkt oder sich beim einarmigen Reißen duelliert. 🙂
Des Weiteren wurde mehrfach ein Rennrad geschnappt und so die Vulkaninsel erkundet. Eines Tages wollten Philipp (der weiße Kenianer), Nils (die Fressraupe), Pawel (The Wall) und ich eine längere Rennradtour über die Insel machen. Geplant waren so um die 60 km. Im Verlauf dieser Tour wurde der eine oder andere Anstieg überwunden. Die „Bergankunft“ sah jedes Mal wie folgt aus: Der weiße Kenianer mit seinen zarten 60 kg vorne weg und die muskulöseren, stabileren (Maschinen-)Typen quälten sich hinterher. Zum Ende der Etappe wendete sich jedoch Blatt. Nach nochmaligem Anstieg folgte eine längere Abfahrt. Getreu dem Motto Masse mal Beschleunigung konnten die „Dicken“ Philipp in der Abfahrt hinter sich lassen. Außer Nils, der entschied sich eine Pause einzulegen. Diese nutzte er für ein kleines „push yourself-Workout“. Nach der Abfahrt ging es durch die Lavalandschaft von Lanzarote. Vermutlich vergleichbar mit der Fahrradstrecke vom Ironman auf Hawaii. Lange, gerade, hüglige Straßen bis zum Horizont. Wie schon den ganzen Tag kämpften wir uns durch den Wind. Und natürlich kam der immer von vorne! 😦 Jeder Teilnehmer unserer Tour quälte sich allein durch diese Passage der Strecke. Nichts mit Windschatten und/oder Regeneration. Wie gesagt, lange Strecke geradeaus und immer wieder kleinere, langgezogene Erhebungen. Drei Kilometer vor unserer Unterkunft hielt ich an und wartete auf meine Mitstreiter. Nachdem Pawel, Philipp und ich den Vorort von La Santa erreicht hatten, setzten wir uns gemütlich in die Sonne und aßen die letzte Banane bzw. den letzten Riegel und warteten auf unseren treuen Gefährten Nils.
Nun, jeder der diesen Blog liest und Nils kennt, der weiß, dass das nichts ungewöhnliches ist. Nils gehört eher zu den gemütlichen Menschen unter uns. (Es kann also schon mal vorkommen, dass man sich zur Erholung in der Therme Bad Wilsnack verabredet. Und ehe „Prinzchen“ sich blicken lässt, ist bei den anderen die Haut schon schrumpelig. Es waren nur lapidare 35 min. Whirlpool. Nicht zu vergessen, dass mein Freund Andre und ich 1,5 Stunden Anfahrt hatten, Nils aber im Nachbarort wohnt – gerade mal 25 Minuten mit dem Auto. Naja, kann ja mal passieren. 🙂 )
Nach ca. zehn Minuten kam Nils auf angefahren. Aufgrund der bereits beschriebenen Gelände-Gegebenheiten erblickten wir ihn schon eine ganze Weile vorher und mussten feststellen, dass unsere kleine Bergziege ziemlich müde und alles andere als frisch aussah. Der leichte Tritt vom Anfang der Etappe war verschwunden und offenbar brannten ihm die Oberschenkel. Als er unsere Position erreicht hatte, fuhr Nils an uns vorbei und gab zu verstehen, dass er keine Pause benötigt. Wir schlossen zu ihm auf und radelten entspannt die letzten 3 km zur Unterkunft (es ging nur noch bergab). Nebenbei erzählte – nein besser gesagt fluchte – Nils, wie er die Einöde besiegt und sich bis zu uns durchgekämpft hatte. Es war der vorletzte Anstieg, an dem der allseits bekannte „Schweinehund“ erschien. Nils fluchte, dass er kurz vor dem Absteigen war, als er plötzlich eine Ziege sah. Dieses Geschöpf lenkte ihn ab und ließ seine Schmerzen vergessen. Gedanklich zog er Parallelen zur unserer Tour. Mittagshitze, Berge, kein Gras, kein Wasser – nur Dürre und Trockenheit. Und mit dem Gedanken, dass die kleine Bergziege auch immer weiter laufen muss, in der Hoffnung auf ein Wasserloch oder einen Busch zu treffen, strampelte sich unser Nils den Berg hinauf.
Auf den nächsten Rennradtouren motivierten wir uns immer wieder gegenseitig bei den Anstiegen unsere inneren Bergziegen zu aktivieren und kraxelten so die Berge der Insel hinauf. Somit war dann auch unser Teamname geboren – Team BergZiege! Danke Nils, dass du dieses spezielle Ereignis mit uns geteilt hast.
PS: Philipp, Pawel und ich sind ja die selbe Strecke gefahren. Bei uns stand jedoch keine Bergziege am Wegesrand und hat uns zugejubelt! 🙂
Schöner Text! Freu mich schon auf dieses Jahr LaSanta. Vielleicht kannst du dir ja auch mal ein paar Bergpunkte holen… #TeamBergZiege
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Ah ja…da ist der Angriff also schon wieder 🙂
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