Es gibt dieser Tage wenig positives hervorzuheben. Es ist der 05.11.2020 und die Welt schaut gespannt nach Amerika. Die eigentliche Wahl ist schon vorüber – ein Gewinner steht noch nicht fest. Schuld daran ist dieses skurrile Wahlsystem in den USA. Außerdem verzeichnen wir seit dieser Woche den zweiten „Lockdown“ in Deutschland. Es scheint, als wenn die Uhren still stehen. Das einzig positive ist, dass ich mal wieder viel Zeit für alltägliche Dinge habe. So konnte ich den neuen Fitzek „Der Heimweg“ innerhalb einer Woche auslesen (Meiner Meinung nach mit Abstand sein bestes Werk!) und darüber hinaus bleibt Zeit, hier weiterhin an meinem Blog zu schreiben. – Damit ihr nicht schon wieder zwei Monate auf Neuigkeiten warten müsst.
Im letzten Blog ging es um meinen Jahresurlaub in Slowenien. Nach dieser tollen Woche ging es für meine Eltern, Pascal und mich in das ‚Reich‘ der Bergziegen zum Wandern und Mountainbiken. Ziel war unsere Winterresidenz; das Hotel „Serles“ im Stubaital. Eigentlich kommen wir zum Skifahren in diese Gegend, jedoch haben wir vor wenigen Jahren dieses Quartier auch im Sommer ausprobiert.
Nachdem in Slowenien kleine fußläufige Ausflüge schon eine große Anstrengung für meine Schienbeine waren, musste ich hier nun leider bei den großen Wanderungen passen. Gott sei Dank erhielten Pasi und ich in Neustift noch zwei Mountainbikes. Wobei uns der Vermieter erstaunt anschaute, dass es heutzutage noch Menschen gibt, die keine E-Bikes ausleihen. Und so starteten wir, das Stubaital und seine Anstiege mit Bike und Muskelkraft zu erkunden.
Unser erstes Tourziel war die Starkenburger Hütte (2.230 m). Von der Länge her eine gemütliche Tour, jedoch sollten uns die Höhenmeter schließlich in die Knie zwingen. In unter drei Stunden erkletterte jede Bergziege 1.300 Höhenmeter für sich. Es war eine landschaftliche sehr schöne Strecke bei bestem Wetter. Beeindruckend waren auch die vielen Wanderer am Wegesrand, die uns pushten und anfeuerten. Nicht selten wurden wir dafür „gefeiert“, die Anstiege von bis zu 19 Prozent mit normalen Bikes zu absolvieren. Umso frustrierender waren die Vertreter der E-Bike-Gemeinde, die uns mit einer scheinbar „enormen“ Geschwindigkeit am Berg stehen ließen. Höhepunkt war der Kommentar eines vorbeiziehenden Zeitgenossen, dass wir uns doch nicht so anstellen sollten, da das E-Bike ja deutlich schwerer sei, als unsere normalen Mountainbikes. Wie kann man so sein…?
Zur Belohnung gab es für uns einen überwältigenden Ausblick über das gesamte Stubaital. Fotos hiervon findet ihr auf
Instagram: team_bergziege oder bei Koomot: team_bergziege.
Für den zweiten Tag hatten wir uns die Auffahrt zur Pfarrachalm (1.730 m) vorgenommen. Diese Tour war aufgrund des wellenförmigen Profils noch deutlich anstrengender und kräftezehrender als die vom Vortag. Vor allem mental wurde uns einiges abverlangt. So lag unser Zwischenstopp – die Kreitheralm bereits auf 1.600 Metern. Im Anschluss an ein obligatorisches, isotonisches Pausengetränk – ein alkoholfreies Hefeweizen – starteten wir in eine fünfminütige Abfahrt wieder runter auf 1.300 Metern, bevor der *frustrierend* lange Anstieg auf die Pfarrachalm uns erwartete. Das i-Tüpfelchen: Pünktlich mit Ankunft auf der Alm zog der Himmel zu und es wurde bitterkalt. So geriet die dann folgende Talabfahrt mit bis zu 63 km/h wahrlich zu einer Zitterpartie.
Im Anschluss an dieses Höhentrainingslager bleibt festzustellen, dass neben den Anstrengungen der Anstiege in den Bergen auch die dünne Luft einem Sportler ordentlich zusetzt. Aus diesem Grund wird in Vorbereitung auf den Wettkampf im nächsten Jahr auf jeden Fall ein Höhentrainingslager mit eingeplant. Sofern und sobald es die Pandemie wieder möglich macht.
Neben den harten Bike-Einheiten verlief ich mich auch das eine oder andere Mal ins Schwimmbad, um dort meine Bahnen zu ziehen. Laut Trainingsplanung stand eine Langstrecken-Ausdauer-Schwimmeinheit von 4.500 m auf dem Programm. Auf einer 25-Meter-Bahn kann das irgendwann ganz schön eintönig werden. Man hat allerdings auch viel Zeit, sich über gewisse Dinge wieder ‚in Ruhe‘ seine Gedanken zu machen. Und so vergeht die Zeit dann doch schneller, als gedacht. Mich würde an dieser Stelle mal interessieren, wer jetzt gerade noch dabei ist, auszurechnen, wie viele Bahnen ich geschwommen bin. 🙂 Na gut, ich helfe Euch: es waren 180 (!!!) Bahnen. Ich kann es selbst kaum glauben. Zur Belohnung wechselte ich die Badehose und Schwimmbrille gegen das Saunahandtuch. Generell ist Saunieren nach langen, intensiven Ausdauereinheiten für die Muskulatur empfehlenswert und auch das Kreislaufsystem profitiert davon. Mit einem fantastischen Blick auf die Berge schwitzte ich so vor mich hin… und ein weiterer sportgeprägter Urlaub ging allmählich zu Ende.
Im nächsten Beitrag werde ich Euch nicht länger auf die Folter spannen und den „Fahrplan“ für 2021 und vielleicht darüber hinaus verraten. Dauert nicht mehr lange, haltet durch und bleibt schön gesund und munter! 🙂
Eure BergZiege Paule