Es gibt auch Vorteile in der Berufswelt: Zum Beispiel das Motto, wer viel, oft und hart arbeitet, der kann auch viel frei machen. So war es bei mir Mitte Januar.
Kurzentschlossen fuhren der Coach und ich für ein paar Tage ins Stubaital. „Daheim im Stubai“ checkten wir wieder einmal in unserem Stammquartier – dem „Hotel Serles“ in Mieders – ein. Nach mehr als 15 Jahren Treue sind mittlerweile Freundschaften entstanden. Jeder Aufenthalt bedeutet stets pure Erholung.
Da auch der Trainingsplan in der Vorbereitungsperiode I diverse, andere, nicht triathlonspezifische Sportarten vorsieht, konnte ich so den Spaßeffekt mit nützlichem Training verbinden.
Nachdem wir am Montag für mich erst noch ein paar Langlauf-Ski ausleihen mussten, wurde im Anschluss die erste Trainingseinheit im Langlauf absolviert. Diese fand auf ca. 1700 Metern Höhe bei herrlichem Kaiserwetter statt. Es war eine schöne Tour durch die Winterlandschaft. Allerdings musste ich auch die eine oder andere schmerzhafte Erfahrung in den „Abfahrten“ machen. Lektion des Tages: Bremsen sollte geübt sein. Mit ein paar leichten Blessuren und blauen Flecken wurde die Einheit nach 17,5 km und 595 Höhenmetern beendet. Den Nachmittag verbrachten wir mit Saunieren und Entspannen.
Kleiner Literaturtipp am Rande: Der weiße Kenianer Philipp hat mir die Trilogie von Andreas Pflüger empfohlen. Diese Empfehlung möchte ich gern mit Euch teilen. Ich bin kurz vor dem Abschluss des zweiten Bandes und sehr angetan.
Am Dienstag und Mittwoch wurden die Alpin-Ski ausgepackt. Zwei schöne Skisafaritage mit vielen tollen Erlebnissen. Vor allem der Mittwoch in Südtirol (Ratschings) war eine Reise wert. Und man staunt, dass man bei Abfahrt auch ca. 1000 kcal am Tag verbrannte. Des Weiteren schnürte ich am Dienstag die Laufschuhe. Meine 5 km-Runde führte mich einmal komplett durch den Ort Mieders. Dieser liegt auf etwa 1000 m über dem Meeresspiegel. Ich hätte nicht gedacht, dass diese Höhe tatsächlich einen Unterschied zu normalen Laufeinheiten macht. Zusätzlich musste ich auf der Runde so manchen Höhenmeter überwinden. Dieses eigentlich als ‚lockere‘ Einheit geplante Läufchen war am Ende deutlich härter als gedacht.
Am Donnerstag wechselten wir wieder die Ski-Art und drehten unsere Runden in der Loipe. Für den heutigen Trainingstag fuhren wir tief hinein ins Stubaital in Richtung Gletscher. Unser Ziel waren die Ortschaften Volderau und Falbeson. Ein Paradies für Langlauf-Fans. Schöne Loipen entlang von Seen und Bächen. Des Weiteren waren mehrere Loipen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden vorhanden. Der Coach riss ca. 17 km ab. Ich kam nur auf 12,5 km, wählte jedoch eine Loipe mit immer wiederkehrenden Anstiegen. Im Anschluss wechselte ich die Schuhe und lief entlang der Loipe noch eine kleine Runde. Dies führte zu einer Menge Verwunderung bei den Langläufern – ich das einige Male skeptisch beäugt. Mit dieser Trainingseinheit endete dann auch schon unser kurzes Höhentrainingslager. Den Tag ließen wir wieder in der Sauna und beim Lesen ausklingen.
An jedem der vier Abende wurden wir wieder vom Küchenchef mit kulinarischen Spezialitäten aus der Region oder der internationalen Küche verzaubert. Da wurde jede tagsüber verbrannte Kilokalorie schnell wieder ausgeglichen…
Am Freitag starteten wir wieder in Richtung Heimat. Zwei spannende Tage sollten aber noch auf uns warten. Denn der ursprüngliche Grund des Urlaubs bestand im Besuch des Biathlonweltcups in Ruhpolding. Für diesen hatten der Coach und ich spontan Karten erhalten. Um die Anfahrtszeit von knapp neun Stunden zu rechtfertigen, kam uns die Idee, den Weltcup mit einem Besuch in Mieders zu verbinden.
Nach einer zweistündigen Autofahrt kamen wir rechtzeitig in der Chiemgau-Arena in Ruhpolding an. Am heutigen Freitag fand die Frauen-Staffel statt. Es war ein tolles Erlebnis, als Fans des Wintersports so ein Event mal live an der Strecke mitzuverfolgen. Wir konnten feststellen, dass die Stimmung, wie sie sich an der Strecke und im Schießstadion darstellt, nicht mal ansatzweise über den Fernseher wahrzunehmen ist. Viele tolle, lustige Fans aus der ganzen Welt feuerten ihre Nationen an: Franzosen in kompletten Asterix- und Obelix-Kostümen, Skandinavier in kurzen Hosen und Engländer mit roten Köpfen und voll wie ein Buslenker ^^ Außerdem erlebten wir Stars im wahrsten Sinne des Wortes zum Greifen nah. Das Resultat aus deutscher Sicht war weniger erfreulich. Jedoch blieb die Hoffnung auf die Männer-Staffel am nächsten Tag.
Bei kräftigem Schneefall fand dann am Sonnabend das Herrenrennen statt. Unsere positiven Eindrücke vom Vortag wurden wiederholt. Doch auch die deutschen Männer konnten an diesem Tag nicht so richtig Glänzen – vor allem die Schießleistungen waren eher eine Katastrophe. Direkt nach der Veranstaltung stand dann die Heimreise an.
Fazit: Es waren aufregende Tage mit dem Coach, die sich mehr als gelohnt haben.